Festhypothek oder SARON? Der große Vergleich für Eigenheimbesitzer
2026 steht vor der Tür – viele Schweizerinnen und Schweizer fragen sich: Festhypothek oder SARON-Hypothek? In Zeiten schwankender Zinsen wird die Wahl der richtigen Finanzierung fürs Eigenheim immer wichtiger. Unser Vergleich zeigt, worauf Hausbesitzer in der Schweiz achten sollten!
Die Entscheidung zwischen einer Festhypothek und einer SARON-Hypothek prägt die Finanzierung Ihrer Immobilie über Jahre hinweg. Beide Hypothekarmodelle folgen unterschiedlichen Zinsstrukturen und bieten verschiedene Vor- und Nachteile für Eigenheimbesitzer. Eine fundierte Analyse der beiden Optionen hilft dabei, die passende Finanzierungsstrategie für Ihre individuelle Situation zu finden.
Was unterscheidet Festhypothek und SARON-Hypothek?
Die Festhypothek basiert auf einem fest vereinbarten Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit, typischerweise zwischen zwei und zehn Jahren. Während dieser Zeit bleibt der Zinssatz unverändert, unabhängig von Schwankungen am Kapitalmarkt. Die SARON-Hypothek hingegen orientiert sich am Swiss Average Rate Overnight (SARON), dem Referenzzinssatz der Schweizerischen Nationalbank. Der Zinssatz wird regelmäßig angepasst und folgt den Bewegungen des Geldmarktes.
Bei der SARON-Hypothek zahlen Kreditnehmer einen Aufschlag auf den SARON-Referenzsatz, der von der jeweiligen Bank festgelegt wird. Dieser Aufschlag bleibt während der Vertragslaufzeit konstant, während sich der Gesamtzinssatz durch die SARON-Entwicklung verändert. Die Zinsanpassungen erfolgen meist quartalsweise oder halbjährlich, je nach Vereinbarung mit der Bank.
Die aktuelle Zinssituation in der Schweiz
Die Schweizerische Nationalbank hat in den vergangenen Jahren ihre Geldpolitik mehrfach angepasst, was sich direkt auf beide Hypothekarmodelle auswirkt. Nach einer längeren Phase niedriger Zinsen sind die Hypothekarzinsen in der Schweiz wieder gestiegen. Diese Entwicklung beeinflusst sowohl die Konditionen neuer Festhypotheken als auch die laufenden Kosten von SARON-Hypotheken.
Festhypotheken profitieren von stabilen Marktbedingungen, während SARON-Hypotheken unmittelbar auf Zinsänderungen der Nationalbank reagieren. Die aktuelle Zinssituation macht eine sorgfältige Abwägung zwischen Planungssicherheit und Flexibilität besonders wichtig. Experten empfehlen, sowohl kurzfristige als auch langfristige Zinsprognosen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.
Vor- und Nachteile beider Hypothekarmodelle im Überblick
Die Festhypothek bietet vollständige Planungssicherheit durch konstante monatliche Belastungen über die gesamte Laufzeit. Budgetplanung wird dadurch erheblich vereinfacht, da keine unerwarteten Zinserhöhungen das Haushaltsbudget belasten können. Allerdings verpassen Kreditnehmer bei sinkenden Zinsen die Chance auf niedrigere Finanzierungskosten, es sei denn, sie nehmen eine kostenpflichtige vorzeitige Auflösung in Kauf.
SARON-Hypotheken ermöglichen eine direkte Teilhabe an günstigen Zinsentwicklungen und bieten meist niedrigere Einstiegszinsen als Festhypotheken. Die Flexibilität bei Sondertilgungen und Laufzeitanpassungen ist typischerweise höher. Das Zinsrisiko liegt jedoch beim Kreditnehmer, was bei steigenden Zinsen zu erheblichen Mehrkosten führen kann. Die schwankenden monatlichen Belastungen erschweren zudem die langfristige Budgetplanung.
Welches Hypothekarmodell passt zu welchem Profil?
Konservative Eigenheimbesitzer mit begrenztem finanziellen Spielraum profitieren von der Planungssicherheit einer Festhypothek. Familien mit festen Einkommen und straffen Budgets können so langfristig kalkulieren, ohne Überraschungen bei den Wohnkosten befürchten zu müssen. Besonders bei höheren Finanzierungsvolumen bietet die Zinsstabilität einen wichtigen Schutz vor unvorhergesehenen Belastungen.
Risikofreudige Kreditnehmer mit flexiblen Einkommensverhältnissen können von SARON-Hypotheken profitieren, insbesondere wenn sie von sinkenden Zinsen ausgehen. Investoren und Eigenheimbesitzer mit diversifizierten Einkommensquellen verkraften Zinsschwankungen oft besser und können die Flexibilität der SARON-Hypothek optimal nutzen. Eine ausreichende finanzielle Reserve für mögliche Zinserhöhungen sollte jedoch immer vorhanden sein.
| Hypothekarmodell | Anbieter | Zinssatz-Struktur | Typische Konditionen |
|---|---|---|---|
| Festhypothek 5 Jahre | UBS | 2.20% - 2.80% | Fester Zinssatz, keine Anpassungen |
| Festhypothek 10 Jahre | Credit Suisse | 2.50% - 3.20% | Längere Planungssicherheit |
| SARON-Hypothek | PostFinance | SARON + 0.80% - 1.20% | Quartalsweise Anpassung |
| SARON-Hypothek | Raiffeisen | SARON + 0.75% - 1.15% | Flexible Laufzeiten |
Zinssätze und Konditionen sind Schätzungen basierend auf aktuellen Marktbedingungen und können sich jederzeit ändern. Eine unabhängige Beratung wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.
Tipps für die Hypothekenwahl bei Schweizer Banken
Ein Vergleich verschiedener Bankangebote ist essentiell, da sich die Konditionen erheblich unterscheiden können. Neben dem Zinssatz sollten auch Nebenkosten, Bearbeitungsgebühren und Flexibilitätsoptionen berücksichtigt werden. Viele Banken bieten Mischfinanzierungen an, bei denen ein Teil der Hypothek als Festhypothek und ein anderer Teil als SARON-Hypothek strukturiert wird.
Die persönliche Risikobereitschaft und die finanzielle Situation sollten ehrlich bewertet werden. Eine professionelle Hypothekarberatung kann dabei helfen, die verschiedenen Szenarien durchzuspielen und die optimale Lösung zu finden. Auch die Möglichkeit einer späteren Umschuldung sollte in die Überlegungen einbezogen werden, falls sich die Marktbedingungen oder die persönliche Situation ändern.
Die Wahl zwischen Festhypothek und SARON-Hypothek hängt letztendlich von individuellen Präferenzen und der persönlichen Risikotoleranz ab. Beide Modelle haben ihre Berechtigung und können je nach Marktlage und persönlicher Situation die bessere Wahl darstellen. Eine sorgfältige Analyse der eigenen Bedürfnisse und eine umfassende Marktbetrachtung bilden die Grundlage für eine fundierte Entscheidung.